Samstag, März 11, 2006

Iowa in mir

Machtkampf der Gewerkschaften. Toter Kriegsverbrecher. Vogelgrippenhysterie. Krawalle nebenan. Kampf der Kulturen. Schicksal auf sarkastisch-ironischem Trip besucht Beerdigung. Kongo retten. Und den deutschen Fußball. Persien will aufs Schiff springen. Hier noch Föderalismus. Sparen überall. Lordi beim Eurovision Song Contest. Viel bla.
Interessiert mich alles nicht.
Ich sollte meine GFS machen. Planen welche Kursbelegung ich wählen werde. Endlich anfangen die Schule so ernst zu nehmen, wie man es verlangt. Meinen Führerschein endlich fertigmachen. Meine to do-Liste nicht verstecken. Carpe Diem und so.
Kratzt mich kein Stück.
Es ist alles erbärmlich egal. Ich knabbere manchmal wieder an den Fingernägeln. Unausgelastet bis über beide Ohren. Ich ertrinke im Müßiggang, und kann dennoch keinen klaren Gedanken fassen. Lenze. Lenke mich ab durch Filme, Musik, Spiele, Surfen, Funvideos, Schokolade und den ganzen Kram. Ich verachte mich selbst für diesen Diletantismus. Mein Verstand und mein Gewissen hauen mich an, aber ich schlafe weiter.
Das hier ist nichts brauchbares. Kein Text mit Katarsis oder Aussage. Ohne Ziel. Ohne Bedeutung. statische Tatsache: Leck mich Welt! Du interessiert mich nicht. "Lache und die Welt lacht mit dir. Weine, und du weinst allein"
Dabei bin ich nicht depressiv oder so. Nicht einmal schlecht gelaunt. Nur furchtbar hohl. "Tanzen ohne Musik" nennt Gilbert Grape es. Alltag, Trägheit, Langeweile, Desinteresse. Stagnation. Das wunderschöne Bild einer wiederkäuenden Kuh auf einer alpinen Hochalm schießt mir durch den Kopf. Nur ohne Landschaft. Selten genug dieser Output aus dem Oberstübchen.
Vielleicht reicht es wenn ich morgen früh von der Vogelgezwitscher-Frühlingssonnen-allianz geweckt werde. Vielleicht aber auch nicht. Ich hätte nicht übel Lust einfach wegzufahren. Wegzulaufen. Nicht vor den trivialen Problemen - nur vor dieser Leere. Irgendwohin, wo ich vor Impressionen nicht mehr in Deckung gehen kann, und das Leben genießen kann.
Schrecklich pupertäre Gedanken, schrecklich übertrieben; an einem schrecklich langweiligen Samstagnachmittag.

7 Comments:

At 11/3/06 16:00, Blogger die-kleine-anja said...

ich fahr mit.

 
At 11/3/06 16:00, Blogger die-kleine-anja said...

Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

 
At 11/3/06 19:25, Blogger kein einzelfall said...

Die Lehre geht bestimmt, wenn der Frühling kommt.
Und zwischenzeitlich, so zur Überbrückung, füllt sich schon mal das Kommentarfeld. :)

 
At 12/3/06 10:14, Blogger Rohrkrieg said...

@kleine anja: Wenn sie wieder Jägermeister mitbringen ;)
@kein einzelfall: denke ich auch. und - ja, total...

 
At 12/3/06 20:07, Blogger die-kleine-anja said...

alles klar. läuft.

 
At 15/3/06 10:32, Anonymous sabbeljan said...

anscheinend sind sie wirklich weggefahren. dann hat sich der text doch schon gelohnt.

 
At 15/3/06 20:39, Blogger Rohrkrieg said...

Sagen sie das mal der Polizei.
Naja - wann anders mal wieder ;)

 

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