Montag, November 28, 2005

gegen dagegen für dafür

Immer wieder ist es mir aufgefallen.
Eigentlich unterbewusst, und so ungewollt wie die Sache an sich.
In letzter Zeit achtete ich aber stärker darauf, und ich war schockiert. Zumindest ein bisschen. Denn worüber ich mir auch Gedanken machte, was ich auch las, sah oder hörte, meine Position zu fast allen Themen ließ sich mehr oder weniger in die "HalloWorumGehtsIchBinDagegen"-Schablone zwängen.
Ich bin Pessimist.
Wenn ich meine Position oral vertrete, fängt das immer an mit "Ich bin dagegen, dass..."
Ist ja auch verständlich. Ist ja auch irgendwo gut. Beweist es doch immerhin, dass ich einigermaßen kritikfähig und mündig bin. Juhu. Ich bin ein souverän denkender Mensch.
Aber das ist zu einfach.
Dagegensein ist einfach.
Runtermachen ist einfach.
Kaputtreden ist einfach.
Nihilist sein ist einfach.
Leugnen ist einfach.
Rosinenrauspicken ist einfach. Einfach langweilig.
Meckern kann man immer - egal warüber und warum. Egal wie gut es einem geht.
So es ist doch tatsächlich eine Kunst bsw mit der politischen/wirtschaftlichen Situation in Deutschland zufrieden zu sein, obwohl der Status Quo einem Paradies gleicht.
Mal ehrlich - wer kann von sich behaupten praktizierender Optimist zu sein?
Man muss ja kein klischeetypischer Gutmensch sein, und durch roserote Brillen stieren. Und ein gewissen schwarzen Humor und Zynismus finde ich toll, sofern man es denn beherrscht. Aber eine etwas optimistischere Grundeinstellung würde bestimmt niemandem schaden.
So in etwa der Typ "positiver Realist". Die aristotelilsche Lösung der Meidung der Extreme von Pessimist, Pragmatiker und zwanghaftem Optimist, mit Hang zum "dafür".
Sprachlich vollendet auf den Punkt gebracht von einem großen Kleingeist:


"Ich glaube, wenn man versucht, etwas zu finden, worüber man
pessimistisch sein kann, kann man es finden, egal wie sehr man es versucht,
wissen Sie? "
G.W.B.


ganz schüchtern packe ich ein winziges Paket aus. Stück für Stück erscheint ein süßer kleiner Button, der dem Niedegschriebenen ein bisschen Nachdruck verschaffen möchte. Prototyp mit Fontmacke.

für dafür

5 Comments:

At 29/11/05 14:56, Blogger flensman said...

also, ich bin auch erstmal grundsätzlich dagegen; das bringt zeit zum überlegen und einlenken und sich grosszügig kompromissbereit zeigen, kann man immer noch ;)

 
At 29/11/05 17:50, Blogger Rohrkrieg said...

dann hat man aber verloren :)
Ich will ja auch keine Religion draus machen, aber man kann ja bsw wenigstens die sätze mit "ich bin dafür" anfangen. gemäkelt und gemeckert wird genug

 
At 29/11/05 19:16, Blogger gladngt said...

moosgrün - rosa...

 
At 29/11/05 20:44, Blogger die-kleine-anja said...

da möchte ich ausnahmsweise mal mitmachen, obwohl ich ja sonst eher gegen sowas bin.und zwar aus einem einzigen grund: ich habe keine ahnung,wie ich das teil einbauen muss. echt jetzt.

 
At 30/11/05 15:46, Blogger Rohrkrieg said...

ja das ist das stressige, ich machs auch immer auf gut Glück, und irgendwann passts denn halt.

@gladngt: ja hallo. H.F.

 

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