Freitag, Oktober 28, 2005

preBerlin

Morgen geht's für 1 Woche nach Berlin.
Hat zufällig jemand Geheimtipps?

PS: Habe die Wortbestätigung wieder ausgestellt. Hin und wieder ein Kommentar zu löschen ist weniger stressig als das Abtippen immer...

Im Wald

überall machen sie Werbung.
Erst recht heute. Wo doch Billy 50 wird.
Und doch, trotz alldem MS-Terror:
Herzlichen Glückwunsch zu 53 Mrd $ in 50 Jahren. Und danke für das andere. Ich säße sonst jetzt nicht hier...

Donnerstag, Oktober 27, 2005

Etwas Totes - wie geil

Ich fuhr gerade durch die Stadt.
An einer Eisenbahnüberquerung stauen sich die Wagen. Das rotierende Blaulicht zeichnet grelle Konturen in die Dunkelheit. Ein Unfall? Viele Leute in verschiedenen Uniformen stehen beschäftigungslos herum. Weiter hinten ist Ambulanz. Wohl ein bisschen mehr als ein kleiner Blechschaden, denke ich mir und spüre die Gaffgeilheit in mir aufkommen. Auch die anderen sind neugierig und fahren betont langsam vorbei. Die Vorahnung wird verdrängt. Man will einen unschuldig interessierten Blick in den Krankenwagen erhaschen, der offen steht. Als wüsste man nicht was einen erwartet. Die Beamten winken die Wagen halbherzig drängend durch. Sie wissen das sie die Leute nicht zum Schnellerfahren bewegen können.
Jetzt haben wir den Krankenwagen erreicht. Die Leute strecken die Hälse, schauen unschuldig herum, runzeln seriös die Stirn - sie wollen es sehen. Wie ein Kind in der Schlafzimmertür seiner Eltern, das doch nur wissen möchte was da los ist, obwohl es es nur zugut weiß. Wieso kann man nicht anders, als so scheinheilig unwissend hinzusehen? Wem will man das vorwerfen?

Er ist leer.
Wir überqueren die Schienen.
Nur durch das sich in der Plastiktüte reflektierende Blaulicht sieht man den Körper weiter hinten in der Dunkelheit.
Da ist man auch schon vorbei.
Grauenhaft.

Mittwoch, Oktober 26, 2005

Fotos

man klicke hier

bewegend grausam

ekelhaft schön

ästhetisch brutal

begeisternd abschreckend

menschlich animalisch

zeitlos spontan

bezeichnend allgemein

ergreifend teilnahmslos

gestellt authentisch

schwarz weiß

...

Dienstag, Oktober 25, 2005

Goodbye Blue Sky


Montag, Oktober 24, 2005

Ich könnte

das hier (das gegen Ende), wenn ich an die Mathe- und Physikarbeiten morgen und am Mittwoch denke.
Ich will ja nicht notorischer Lehrernörgler sein oder mich darüber beschweren, dass man im Unterricht dank Ausschlafsnachholbedarf schlecht aufpassen kann.
ich akzeptiere sogar, was mir meine Eltern vermeintlich an mathematischer Intelligenz vererbt haben, und mit den Ecken und Kanten des Schulsystems habe ich mich ebenso abgefunden. Aber irgendwohin will ich die Schuld schieben.

Ich hasse es schon vor der Arbeit zu wissen, dass es nicht ausreichen wird. Ich hasse es wenn mein Bemühen den Stoff der letzten 4 Wochen in 2h nachzuholen umsonst ist! Ich hasse es wenn ich mich in den Stress hineinsteigere!! Und ich hasse es wenn ich den Dampf nicht ablassen kann!!! Verdammt! Sone Scheiße !!!! Waaah!!
Pffffffffffffff. Fertig. Danke.


/Nachtrag: Es war wohl Ideenlosigkeit und herbstliche Langeweile die mich zu dieser pessimistischen Übertreibung trieb. Physik 2- *freu*. Aber Mathe wird mies. Ganz sicher.

Donnerstag, Oktober 20, 2005

destruktiv ist kreativ

Ich habe gerade einen Apfel gegessen - und dabei etwas geschaffen.
Eigentlich 2 Dinge. untrennbar. Hier vollkommen.
Wer findet sie?

Es war übrigens keine Absicht. Nichtmal das Bild, für dessen Handyqualität ich mich vielleicht entschuldigen muss.

Dienstag, Oktober 18, 2005

Busfahren mit Gary Jules

Ich bin der einzige Zusteiger an der Haltestelle. Der Bus ist fast voll.
Glücklicherweise bekomme ich gerade so noch einen der wenigen übrigen Plätze.
Neben mir am Fenster sitzt ein nervöser kleiner Junge, der permanent am Schulranzen rumspielt und paranoid um sich schaut.
Damit ist er eine Ausnahme. Im Bus sind zwar verschiedenste Leute, die bekannte Reihe der einfachen individuellen Merkmale: dick & dünn, groß & klein, jung & alt etc.; doch sie alle wirken völlig gleich.
Sie alle sitzen ruhig auf ihren Sitzen und starren wie willenlos aus dem Fenster. Ein paar Wenige die sich zu kennen scheinen reden gedämpft miteinander. Doch die Minen sind durchsetzt von Müdigkeit, Langeweile, Herbstdepression. Das wir uns im Herbst befinden verrät einem die Athmosphäre genauso wie der Blick aus dem Fenster.

Ich setzte die Kopfhörer auf. Donavan - Season Of The Witch.
Passt ganz gut.
Eigentlich ist der Bus viel zu schön, denke ich mir.
In einer Touristikgegend wie hier sind die Busse sehr luxoriös ausgestatten.
Gemütliche Sitze, hohe Lehnen, einigermaßen Platz, das warme, unaufdringliche Licht.
Ein Kontrast zu der vorherrschenden Stimmung.
Die würde besser zu den harten Sitzen mit den niedrigen Lehnen und dem kalten Neonlicht einer verratzten U-Bahn passen.
Der Junge neben mir ist da fast erfrischend komisch: Er steht kurz auf, um durch den Bus zu schauen als suche er jemanden, und setzt sich wieder hin. Immer wieder. Hoch -Runter.
Ich frage ihn ob er aus dem 2er Sitz raus will - doch er schüttelt den Kopf. Langsam wird er etwas ruhiger; beginnt in der Nase zu popeln.
Ich wende meine Blicke anderen Leuten zu. Immernoch überall derselbe gleichgültige Gesichtsausdruck. Manche nicken hin und wieder ein. Manche schlafen richtig.

Vermutlich bin ich nicht viel besser als sie alle.
Aus dem Fenster zu schauen. Musik hören. Nachdenken. Abschotten.
So praktiziere auch ich das allmorgendliche Busfahren.
Gary Jules - Mad World. Passt gut. Richtig gut.


All around me are familiar faces
Worn out places
Worn out faces
Bright and early for the daily races
Going no where
Going no where


Mann, wirkt das Ganze jetzt traurig. Seelenlos. fast tot, aber nicht sterbend.
Ich denke das Lied neigt meine Betrachtungen zu dramatisieren.
Es ist vielleicht wie ich beschrieben habe, aber es ist nicht schlecht.
Beim näheren Darübernachdenken ist es mir gar nur Recht.
Was soll ich kritisieren?
Wenn das Gegenteil los wäre, wie meist mittags im Sommer, könnte ich vermutlich auch viel kritisieren. Aber wieso nicht das Positive sehen? Ändern kann man eh nichts.
Es ist mir wirklich Recht so.
Ich habe Ruhe. Kein Stress. Kann mich von der Musik berieseln/inspirieren lassen.
So wie jetzt.
Dieser Zustand ermöglicht es mir die "Mad World" von außen zu betrachten wie Gary Jules es durch meine Kopfhörer tut.
Die Welt ist friedlich, bevor sie rastlos wird.
Hier im Bus

Früher oder später

Die Geschichte kommt früher oder später glaube ich in den meisten blogs.Wenn man von seinen Beobachtungen aus Bus und Bahn schreibt,meist geprägt von einer negativen Aura der zwischenmenschlichen Kälte, der zerstörten Träume, der harten Schicksale, des aufdringlichen Alkoholdufts oder doch zumindest einer nervigen Person.Ich werde heute auch mal beobachten.Im Bus.
...

Montag, Oktober 17, 2005

Ich habe

Sprühwurst.

Aber Grünkohl ist einfach lecker

Sonntag, Oktober 16, 2005

Persistence Tour 2005

PERSISTENCE TOUR 2005

FEATURING:

HATEBREED + AGNOSTIC FRONT
NAPALM DEATH + BORN FROM PAIN
BLEED THE SKY + A PERFECT MURDER
FULL BLOWN CHAOS + THE RED CHORD


Wenn das alles nur nicht so weit weg wäre ...

Ich liebe

Mettbrötchen mit Zwiebeln.

Samstag, Oktober 15, 2005

Ab durch die Mitte

Ab durch die Mitte

Mit 20 war er radikal. Viele bewunderten ihn:
Du hast wirklich tolle Ideen.
Mit 40 gehörte er zur Mehrheit. Fast alle hielten
ihn für vernünftig: Du hast Recht.
Mit 60 war er konservativ. Die meisten fanden
ihn langweilig: Du bist echt alt.

Er hatte seine Meinung nie geändert.



brandeins

Freitag, Oktober 14, 2005

Der Freund und Helfer

Das waren noch Zeiten. Das müssen Zeiten gewesen sein.

Ich habe mein bisher unbegründetes, instinktives Vertrauen in die Polizei durch den Brief, den ich soeben erhielt, verloren.
Ich will es kurz machen:

Anfang August hat ein Trojaner auf meinem (eigentlich gut geschützten) PC die Kennnummer sowie PIN und TAN gesammelt und damit eine Überweisung in Höhe von 700€ auf das Konto von Herrn Arschloch* getätigt.
Bemerkt habe ich das erst einige Wochen später.

Ich bin gleich zur Bank, und am nächsten Tag zur Polizei:
-> Das Konto von Herrn Arschloch wurde gesperrt
-> Es wurde Anzeige gegen Herrn Arschloch erstattet

- 1 Woche darauf erfuhr ich, das Herr Arschloch zufällig ein hier stationierter G.I. ist.
Der Fall war an die Polizei in Paderborn weitergegeben worden.
- 3 weitere Wochen später wurde das Geld zurücküberwiesen, die Ermittlungen liefen jedoch noch.
- Heute, etwa 2 Monate später, bekomme ich nun einen Brief der Staatsanwaltschaft, der besagt, dass das Verfahren eingestellt worden sei mit folgender Begründung:



Die Ermittlungen haben Folgendes ergeben:
Unbekannte Täter haben mittels eines auf ihrem Rechner angelegten Trojanerprogramms bei der Ausführung einer Oneline-Überweisung die Kennung, die Zugangs-PIN und eine TAN
gesammelt, sich damit bei ihrer Bank eingeloggt und eine Überweisung auf
das Konto des Beschuldigten ausgeführt.
Zuvor hatten die Haupttäter im Internet Kontakt zu dem Beschuldigten, der
sich - unwiderlegt gutgläubig - bereit erklärte gegen eine geringe
Provision den eingehenden Betrag an den Haupttäter zu transferieren.

-> kein Kommentar grrr



*Name geändert

Donnerstag, Oktober 13, 2005

Mein Kalender sagt:

Thatcher
Heute vor 80 Jahren wurde diese hübsche Dame geboren.
sehr brisant in Zeiten von "Du bist Deutschland" und Bundeskanzlerin Merkel.
Hoffen wir das es hier anders läuft.
Aber wer wäre unser John Major?

Mittwoch, Oktober 12, 2005

Damals

Leila Läuft


>Leila Läuft


Passiert glaube ich jedem mal, sowas. Als Kind ist das natürlich weitaus verheerender. und prägnanter. Wie nichtig der Vorfall auch war, an manche Dinge erinnert man sich ewig.

Einer dieser Vorfälle ereignete sich bei mir glaube ich an Silvester. Ich dürfte 5 gewesen sein, und frei nach dem Motto "Das Kind wird erwachsen - drei Jahre früher, als die Eltern glauben und drei Jahre später, als es selbst glaubt" befand ich mich doch zumindest als alt genug um bis zur magischen Stunde 0 und dem überwältigenden, und mit Spannung erwartetem Feuerwerk wach zu bleiben, ohne davor präventiv nochmal zu schlafen. Meine Eltern waren vom Gegenteil überzeugt. Doch irgendwann gaben sie um ihrer Nerven willen (das dachte ich damals zumindest) nach, und erlaubten mir das Wagnis.

Natürlich schlief ich ein ..., ich glaube es war sogar knapp, doch das tut nichts zur Sache - der Skandal war, das meine Eltern mein Versagen als pädagogische Chance nutzten. Sie weckten mich nicht rechtzeitig!

Man muss sich das vorstellen: Ich wache auf, voller Vorfreude denkend "Jetzt geht's los" - Serotonin schießt durch meinen Körper - dicht gefolgt von meinem nächsten Gedanken "Verdammt! Ich bin eingeschlafen... egal Haben M&P halt Recht gehabt" Ich sehe mich um. Und wieder Output aus meinem Oberstübchen: "Wieso weckt mich niemand? Und wieso ist es hell??" Der Watson in mir kombiniert. Mein Verstand rebelliert. Meine Hoffnung kollabiert. Die Glandula lacrimalis auch. Aus der Traum. Wieder 1 Jahr warten. 1 Jahr. 1/5 meines gesamten bisherigen Lebens!(diese Einsicht kam mir wahrscheinlich damals noch nicht)

Jedenfalls bin ich seitdem immer wach geblieben. Den Sieg konnte ich meinen Eltern nicht gönnen.

Freitag, Oktober 07, 2005

Bildungsniveau

Nur um diverse Vorurteile zu erhärten: klick
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Donnerstag, Oktober 06, 2005

Zeit



Ich sollte es lassen.
Aber es passiert.

Ganz von allein.
Liegt es an ihr?
Niemand zwingt sie neben mir herzulaufen.
Weshalb fängt sie an zu rennen?
Ich schlage zu.
Ich schlage zu.
Sie stöhnt. Zuckt noch einmal.
Sie ist tot - für heute
Gute Nacht.

Montag, Oktober 03, 2005

New Generation Radio

Dank dem "Music Genome Project" kann ich meinen Musikgeschmack nun vollendet definieren:

Based on what you've told us so far, we're playing this track because it features speed metal stylings, hard rock roots, the use of experimental sounds, mild rhythmic syncopation, repetive melodic phrasing, extensive vamping, minor key tonality and varying tempo and time signatures

und kenne außerdem eine ganze Menge neuer interessanter Bands.
Einfach ein paar Lieblingsbands eingeben und schon spuckt das gute Teil massig Material aus, und gibt einem auf Wunsch auch noch eine Erklärung wieso jetzt dieses Lied empfohlen wurde.
Individuelles Radio mit Analyse-funktion und unglaublichem Musikspektrum.
Thumbs up !

Sonntag, Oktober 02, 2005

Esel sind nicht dumm

Gestern auf der Arbeit.
Nebliges Herbstwetter. Der wolkenverhangene Himmel erleichtert sich regelmäßig. Es ist nass. Sogar die Affen rutschen hin und wieder auf den Stangen aus. Mit jedem Windstoß fallen mehr Blätter auf den matschigen Waldboden.
Mit jedem Windstoß ist das Fell der Affen schwerer darauf auszumachen.
Soll ich mich freuen?
Es kommen kaum Besucher. Kaum etwas zu tun. An der Popcornausgabe sowieso. Die wenigen Mutigen müssen mit der einen Hand den Regenschirm halten und und die Andere in der Hosentasche wärmen. Kein Platz für Popcorn.
In meinem Magen schon. Aber ich habe wieder einen schlechten Sack erwischt. Das sterile Plastiktütenaroma ist widerlich.
Durch die Bäume sehe ich wieder eine Gruppe Besucher hochkommen.
"Guten Tag"
"Hallo"
"Einfach eine Hand aus dem Korb nehmen und dann einzelnd auf der flachen, ausgestreckten Hand den Affen hinreichen."
Ich halte den Kindern den Korb herunter. Wenigstens ihnen scheint das Wetter nichts auszumachen. Sie haben schon den ersten Affen entdeckt. Die Eltern machen noch die Witze die etwa 9/10 Personen machen.
"Aber nicht selbst essen, das Popcorn, gell? "
"Die Affen erinnern mich irgendwie an euch!"
"So jetzt sag mal schön Danke, Äffchen."
Die Kinder sind schon längst weiter den Berg hoch. Die Eltern beeilen sich nachzukommen. Kurz danach sind die 4 verschwunden.

Der alte Mann nicht. Er hat sich ein wenig entfernt hingesetzt, und schaut den Affen beim Fressen zu. Vielleicht anfang 70 denke ich mir.
Ich fülle den Korb wieder nach. Fege ein paar Blätter vom Weg.
Wir kommen ins Gespräch.
Es kommen einige Standartfragen. Ich gebe Standartantworten.
Ich hasse Smalltalk. Eigentlich schlechte Vorraussetzungen für diesen Aufsicht & Informationspersons-job.
Der Mann redet in nicht klaren Sätzen. Er ist schwerhörig.
Ich gehe näher zu ihm. Rede lauter.
Er scheint sich nicht wirklich für die Affen zu interessieren.
"Ich war vor 20 Jahren schon hier - jetzt kann ich nichtmehr laufen. Hab' so lauter Plastikröhren in den Beinen. Den Berg da hoch schaff ich nicht mehr. "
Was soll ich sagen? Ich höre ihm lieber zu.
Mir fällt immernoch schwer ihm zu folgen.
Irgendwie kommt er von den Affen zu Pferden und Eseln. Er hatte mal welche gekreuzt.
Pferdezucht also, denke ich mir.
Er will damit irgeneinen Zusammenhang zu der Affen-unsere-Vorfahren-Geschichte aufbauen.
Ich habe immernoch nichts gesagt.
"Warum zähmen sie die Affen eigentlich nicht?"
endlich etwas zu sagen:"Standartantwort"
Er lacht, und beginnt zu erzählen:
"Als ich in Afrika war fand ich einmal einen Esel. Einen ganz hundsgewöhnlichen, wilden Esel. Ich habe ihn in 3 Tagen dressiert.
Man sagt immer Esel sind dumm. Aber nach 3 Tagen hat er auf meine Wörter gehört."
"Wow"
"Ich hatte also diesen Esel. Naheliegenderweise gab ich ihm mein Gepäck. Wirklich praktisch, dachte ich mir - das sind ja schließlich nicht gerade kleinen Entfernungen in Afrika, nicht wahr? Und ich hatte viel zu tragen. Das war kein Zuckerschlecken, auch wenn ich noch ein junger Spunt war, ohne Plastikröhren in den Beinen.
Ich hatte den Esel beladen und er ging los. Allerdings nur ein paar Schritte. Dann blieb er stehen, drehte sich zu mir um und sah mich vorwurfsvoll an."
"Und dann?"
"Ich schnallte mir den Proviant und das Wasser wieder selbst um
Und der Esel ging wieder los. Ein paar Schritte. Dann blieb er wieder stehen"
"Doch nicht so gut dressiert?"
"Von wegen. Er war nur zu schlau! Ich nahm dann eben das MG und die Munition, und gab ihm dafür wieder das Wasser-"
Mein Gott der Mann redet ja vom 2. Weltkrieg schießt es mir durch den Kopf.
Der Mann erscheint mir jetzt in einem ganz anderen Licht. Ich hätte nicht gedacht, dass er so alt ist.
"-und als ich schließlich das Gewicht genau 1:1 auf uns beide aufgeteilt hatte lief er anstandslos weiter. Er hat sich nicht so einfach ausnutzen lassen. Und dabei sagt man immer Esel seien dumm!"
"unglaublich"
"Das war schon nicht schlecht. Und ich brachte ihm bei, dass er sich hinlegte wenn der Tommy schoss. Ich legte mich dann immer hinter ihn und packte das MG aus und schoß zurück. Das Tier lernte das es bei all dem Lärm und den Explosionen und Schüssen besser war nicht in Panik loszurennen sondern liegenzubleiben"
"unfassbar!"
"Tja 8 Tage hat er gehalten - Wirklich schlaues Tier war das... "
Er hat mein Interesse geweckt. Ich will mehr wissen
Doch er erzählt nicht weiter. Seine klare Phase ist wieder vorbei.

Das Gespräch verebbt wieder zu unstrukturiertem Smalltalk, und wir kommen sogar wieder auf die Affen zurück die immernoch fressend herumsitzen.
"Da gibts keinen andren Weg hier, was? Nur den Berg da hoch?"
"Ja, leider"
"Dann geh ich jetzt mal zum Eingang zurück und warte da auf meine Leute."
Er scheint beleidigt sein, das sie einfach losgegangen sind.
Er nimmt sich eine Hand Popcorn, und probiert es.
Ihn scheint das Plastiktütenaroma nicht zu stören.
Ich wünsche ihm noch einen schönen Tag, er verabschiedet sich, und geht langsam den Weg zurück.
-
Da vorne kommen wieder Leute.
"Guten Tag"
"Hallo"
"Einfach eine Hand aus dem Korb nehmen und dann einzelnd auf der flachen, ausgestreckten Hand den Affen hinreichen."
Ich hasse Smalltalk